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NMN, Metformin & Resveratrol: Kann dieses Trio das Altern verlangsamen?

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Wer sich mit dem Thema Anti-Aging auf Zellebene befasst, hat sicher schon von ihm gehört: Prof. Dr. David Sinclair ist DER führende Wissenschaftler auf dem Gebiet der Erforschung von Alterungsprozessen. Teil seines persönlichen Rezeptes gegen das Altern ist eine 30-prozentige Kalorienreduktion und gelegentliches Fasten, sowie die Einnahme zwei spezieller Supplements und der Off-Label-Use des Diabetes-Medikamentes Metformin. Youngerland erklärt die Hintergründe.

Der Traum von ewiger Jugend fokussierte sich viele Jahrzehnte stark auf unser äußeres Erscheinungsbild: Es galt mit allen Mitteln – ob Liftings oder Cremes – die optischen Anzeichen des Alterungsprozesses möglichst lange herauszuzögern. Mittlerweile sind die zur Verfügung stehenden Mittel tatsächlich so ausgereift, dass man mit 60 noch annähernd wie 40 und mit 50 annähernd wie Mitte Dreißig aussehen kann. Dabei sind es nicht einmal mehr die massiven, chirurgischen Eingriffe wie SMAS-Liftings, die unser äußeres Erscheinungsbild, bzw. unser Gesicht jung halten.

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Um uns optisch jung zu halten, stehen uns mittlerweile hochwirksame und ausgereifte Behandlungen zur Verfügung: invasive Methoden, aber auch minimal invasive Treatments können z.T. wahre Wunder bewirken

Außen jung – innen alt?

Vielmehr setzt man heutzutage auf kombinierte, ästhetische Behandlungspläne, die sich verschiedene Anti-Aging-Technologien zunutze machen: Eigenblut in Form von PRP oder der neuen Generation PRF, Radiofrequenz/Microneedling, Laser, Fadenlifting und Liquid Facials können gemeinsam angewendet verblüffende Ergebnisse erzielen. Viele vergessen jedoch vor lauter Aufwand um ihre Haut, den eigentlichen Kern der Sache – das genetische Altern. Es ist für die degenerativen Alterserkrankungen verantwortlich und beeinflusst unser Gedächtnis, unsere Fitness und ganz zuletzt natürlich auch unsere Optik.

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Nicht nur das Äußere zählt: Um den Alterungsprozess zu verlangsamen sind ganzheitliche Maßnahmen erforderlich

Der Mann hinter der Anti-Age-Spitzenforschung: Dr. David Sinclair

Prof. Dr. Sinclair ist seit 2005 Direktor der Paul-F. Glenn-Laboratorien zur Aufklärung der biologischen Mechanismen des Alterns an der Harvard Medical School in Boston, wo er auch seit 1999 ordentlicher Professor im Fachbereich Genetik ist. Ebenso ist er Professor im Lowy Cancer Center an der australischen University of New South Wales. Sinclair hat herausgefunden, dass dem Körper grundsätzlich drei sehr effektive Mechanismen zur Verfügung stehen, um degenerative Prozesse – sprich das Altern – zu bekämpfen.

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Wer hätte es gedacht: Der Mann ist bereits 51: Prof. Dr. David Sinclair
(Bildquelle: marnionthemove.com)/

Die drei Anti-Age-Superhelden unseres Körpers: Sirtuine, mTor & AMPK

Sirtuine sind auch Sir2-like Proteine, sind eine Familie multifunktionaler Enzyme aus der Gruppe der Histon-Deacetylasen und quasi unsere körpereigenen Schutzschilder gegen Krankheiten, Stress und Alterungsprozesse. Sie sind in der Lage auf Hungergefühle, körperliche Anstrengung und extreme Außentemperaturen zu reagieren, denen wir uns aussetzen. Kurzum: Sie erkennen biologischen (guten) Stress für unseren Körper und starten in der Folge ein ausgeklügeltes Verteidigungsprogramm, von dessen Vorteilen wir künftig sehr gezielt profitieren könnten. Sirtuine starten im Fall von biologischem Stress eine Art Shutdown-Modus für den Notfall. Er schützt unseren Körper vor unkontrollierter Zellteilung (Stichwort: Krebs) und bringt ihn auf gewisse Weise in einen Zustand der “Konservierung“, was sich konkret auf die Langlebigkeit von Organismen auswirkt.

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Der Körper stellt uns im Kampf gegen das Altern drei äußerst potente Anti-Aging-Heroes zur Seite: sie konservieren uns quasi auf Zellebene

Sirtuine reparieren unsere DNA, verlängern Telomere und schützen unsere Zellen

Sinclair hat die Wirkungsweise der Sirtuine zwar an Mäusen erforscht, beim Menschen funktionieren diese jedoch auf genau die selbe Art und Weise. Auch mTor-Proteine, die zweite Superheldengruppe unseres Körpers, wirken konservierend und können Alterungsprozesse verlangsamen. Konkret regulieren sie Zellwachstum und Metabolismus und drosseln in Hungerphasen die Stoffwechselprozesse. Die benötigte Energie bezieht der Körper dann in einem Prozess, der sich Autophagie nennt, aus den vorhandenen Körperreserven. Fasten ist demnach ein möglicher Weg, die Langlebigkeitsgene über mTor zu aktivieren. Sowohl das Intervallfasten als auch komplette Fastentage ohne feste Nahrung kurbeln diese verjüngenden Prozesse an. Sinclair selbst nutzt beides: Er isst meist nur eine Mahlzeit am Tag, achtet darauf stets ein wenig hungrig zu sein und legt auch gelegentlich ganze Fastentage ein.

Intervallfasten: Hält nicht nur schlank, sondern auch jung

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Viele haben mit Intervall-Fasten ihre Traumfigur erzielt. Jetzt wurde bewiesen, dass es uns auch effektiv jung hält.

Der dritte Superheld AMPK – auch AMP-aktivierte Proteinkinase (AMPK) –ist ein Enzym, das eine wichtige Rolle bei der Regulation von biosynthetischen Vorgängen in menschlichen Zellen (und denen von Säugetieren) spielt. Vereinfacht ausgedrückt schützt AMPK die Zellen vor Energiemangel (bzw. ATPMangel) indem es energieaufwändige Biosynthesen abschaltet. Dies funktioniert über die Phosphorylierung: Sie hemmt mehrere für die Cholesterin– und Fettsäurebiosynthese verantwortlichen Enzyme.

Was genau ist guter, biologischer Stress?

Die drei oben beschriebenen Anti-Aging Superhelden unseres Körpers werden also durch den sogenannten biologischen Stress aktiv und befördern uns in einen gedrosselten Modus, der Alterungsprozesse blockiert. Wie erreichen wir aber diesen sehr speziellen und für unsere Jugendlichkeit förderlichen Stress, der auch “Hormesis” genannt wird? Sinclair sagt, es sind genau vier wesentliche Faktoren, die die Hormesis auslösen:

1.) Fasten

2.) Wenig Proteine

3.) Sport

4.) Kälte/Hitze

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Sauna-Freunde altern langsamer: Wer regelmäßig schwitzt und den Körper extremer Hitze aussetzt, profitiert von der verjüngenden Wirkung auf unseren Körper

Wer also ohnehin gerne sauniert, danach ins Eiswasser springt, gerne mal flott spazieren geht oder sich auf andere Weise körperlich betätigt ist in Kombination mit einer kalorienreduzierten Ernährungsweise und gelegentlichen Fastentagen schon mal auf der sicheren Seite. Bei der Ernährung gilt zudem: Die vielfach in Fitnesskreisen so hochgelobten Proteine sollten nicht im Übermaß genossen werden, ebenso wenig wie die leider oftmals sehr leckeren Kohlenhydrate in Form von Weißmehl, Pasta, Reis & Co. Und Zucker ist natürlich das größte No-Go, denn er schadet nicht nur dem Körper, sondern auch der Haut, die durch seinen Genuss infolge der Glykation ihre Elastizität verliert.

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Nichts für Warmduscher: Extreme Kälte hält – ebenso wie Hitze – jung und kurbelt die Hormesis an

(Guter) Stress kann auch gesund sein

Soviel also zum gesunden Bio-Stress, der die Anti-Aging-Superhelden unseres Körpers auf den Plan ruft. Profis wie Sinclair unterstützen jedoch die Hormesis noch zusätzlich mit cleveren Nahrungsergänzungen bzw. dem Off-Label-Use eines bestimmten Medikamentes, um den zuvor beschriebenen Effekten noch einen extra Anti-Aging-Boost zu verleihen. Die Rede ist von den drei Geheimwaffen aller Youth-Junkies: Resveratrol, NMN und Metformin.

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Sinclairs Versuche an Mäusen belegen: Guter Bio-Stress verlängert die Langlebigkeit und aktiviert Jugend-Gene

Zusammen imitieren diese drei Stoffe die Hormesis und in Kombination mit den zuvor beschriebenen Aktivitäten wie Fasten, etc. sind die Effekte regelrecht sensationell. Mäuse, die man auf Fastendiät setzte und denen man parallel Resveratrol gab, lebten nicht nur signifikant länger, sie steigerten auch ihr Fitness-Level so beeindruckend, dass sie die Laufräder in ihren Käfigen regelmäßig außer Gefecht setzten, weil sie mit so viel Power darin sprinteten, dass diese kaputt gingen. Resveratrol-Produkte gibt es in vielfältigen Ausführungen auf dem Markt der NEM. Am gängigsten sind Varianten, die aus dem japanischen Staudenknöterich oder aber Trauben gewonnen werden. Sinclair nimmt jeden morgen ein Gramm Resveratrol zusammen mit einem Gramm NMN und einem Gramm Metformin.

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NMN ist die zweite der oben genannten, drei Geheimwaffen und in Deutschland bislang nur den eingefleischten Anti-Aging-Profis bekannt. Dies dürfte sich jedoch sicherlich bald ändern, haben sich dessen verblüffende Effekte erst einmal bis zum Mainstream herumgesprochen.

NAD+ : Sirtuine brauchen es um aktiviert werden zu können

Nimmt man eine Analogie zu Hilfe, dann ist Resveratrol im Grunde das Gaspedal, um die zuvor genannten Sirtuine zu aktivieren und NMN das dazugehörige Benzin, um die Prozesse zum Laufen zu bringen. Das Geheimnis von NMN ist seine Fähigkeit, unsere körpereigenen NAD+-Level anzuheben. NAD+ ist wiederum von Haus aus in unserem Körper vorhanden, nimmt aber mit dem Alter stark ab. Mit 50 ist unser NAD-Level nur noch halb so hoch wie mit 20. Und genau hier kommt NMN mit seiner genialen Wirkung ins Spiel. Es boostet die NAD+-Level signifikant auf ein jugendliches Niveau zurück, wie Sinclair unter anderem in Versuchen mit Mäusen herausfand. NAD+ kann man bislang nur über Infusionen aufnehmen, die in Deutschland noch weitgehend schwer zu bekommen sind. In fester Form, bzw. sublingual oder oral ist das Molekül nicht vom Körper absorbier, wohl aber sein Vorläufer – NMN. Es wird in loser Pulverform unter der Zunge platziert und auf diese Weise vom Körper bestmöglich aufgenommen. Der Körper kann also über die Einnahme von NMN seine NAD+-Level effektiv erhöhen.

Metformin – Neueste Studien legen krebsvorbeugende Wirkung nahe

Metformin, die dritte Geheimwaffe zur Unterstützung der Hormesis, ist eigentlich ein Diabetes-Medikament aus der Gruppe der Biguanide, das die Glucose-Neubildung in der Leber und die Resorption von Glucose im Darm hemmt. Zudem soll Metformin die Insulinresistenz verringern, was jedoch bis zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht hundertprozentig nachgewiesen werden konnte. Fest steht jedoch, dass Metformin das zuvor genannte AMPK Enzym und dessen schützenden Einfluss auf unsere Körperzellen aktiviert. Außerdem ergab eine neue Studie aus dem Jahre 2019 ein mit der Einnahme von Metformin in Zusammenhang gebrachtes, reduziertes Krebsrisiko.

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Um Off-Label an Metformin zu kommen, braucht man einen Arzt, der mit der Thematik bereits vertraut ist

Dr. David Sinclair nimmt täglich 1 Gramm Metformin im Off-Label-Use, also außerhalb des durch die Arzneimittelbehörden zugelassenen Gebrauchs, um den konservierenden Effekt des AMPK noch zu verstärken. Außerdem nimmt er Vitamin D, Vitamin K2 und 83 mg Aspirin. Er meidet Zucker, isst wenig Proteine sowie Kohlenhydrate und verzichtet auf rotes Fleisch. Stattdessen isst er viel bunte Gemüsesorten, treibt Sport (Jogging einmal pro Woche, Workouts am Wochenende, Treppensteigen statt Aufzug, etc.), setzt sich häufig Hitze und Kälte aus (etwa mit Sauna-Gängen und anschließender Abkühlung im Eisbecken) und schläft in einem eher kühlen Schlafzimmer.

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Wer sich regelmäßig bewegt, aktiviert die Jugend-Gene: Geahnt haben wir es immer schon.


Tabus für ihn sind Rauchen und hohe Strahlenbelastungen, wie sie etwa durch Röntgen oder Flughafen-Scanner entstehen. Auch um Essen aus Mikrowellen macht er eher einen Bogen, Speisen aus Plastikschalen, die in der Mikrowelle aufgewärmt wurden sind zudem für Sinclair ein absolutes No-Go.

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Wer eine Aversion gegenüber Mikrowellen-Essen hat ist in bester Gesellschaft: Dr. David Sinclair macht – aus gesundheitlichen Gründen – ebenfalls einen großen Bogen darum.

So verhindern Sie den Abzug wichtiger Methylgruppen

Tatsächlich kann NMN also unser NAD+-Level im Körper steigern und damit nicht nur die Herz- und Hirngesundheit erhöhen, sondern auch degenerativen Erkrankungen wie Alzheimer und Übergewicht vorbeugen. Zu beachten ist allerdings, dass es durch die Einnahme von NMN zu Problemen mit der sogenannten Methylierung kommen kann. Sie bezeichnet den Transfer von Methylgruppen und ist für viele antioxidative Prozesse im Körper äußerst wichtig, zudem werden durch sie erst bestimmte Teile der DNA aktiviert. NMN kann in diese Prozesse eingreifen, da es die Sirtuine aktiviert und den Körper dabei zur Produktion von Nikotinamid (NAM) anregt. Unser Körper kann auf zwei verschiedene Arten mit NAM umgehen: Er kann es entweder wieder in NMN umwandeln, oder ausscheiden.

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Und genau für letzteres muss er das NAM methylieren, sprich an das Nicotinamid eine Methylgruppe anschließen. Infolge dessen kann man also zusammenfassen: Für die Verarbeitung von NMN werden wertvolle Methylgruppen verbraucht, die der Körper eigentlich für andere, wichtige Prozesse dringend benötigt. Dieses Problem lässt sich jedoch relativ leicht beheben, indem man dem Körper zusätzlich zum NMN den Methylgruppendonator TMG (Trimethylglycin/Betain) zuführt. Die Dosierung die Sinclair empfiehlt lautet pro 1 Gramm NMN (seine tägliche Dosis), jeweils 1 Gramm TMG. Es ist im Vergleich zu NMN relativ preiswert als Nahrungsergänzungsmittel von verschiedenen Herstellern im Internet zu beziehen und hat selbst in höherer Dosis keine Nebenwirkungen.

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Will man sein Anti-Aging-Regimen also ähnlich gestalten wie Dr. Sinclair, kommt man nicht umhin, nach seriösen Anbietern für TMG, Resveratrol und NMN zu suchen. Speziell bei NMN gibt es enorme Qualitätsunterschiede auf dem deutschen, wie auch internationalen Markt. Unsere Recherchen ergaben, dass es aktuell zumindest einen Anbieter von hochwertigem und in unabhängigen Qualitätskontrollen geprüftem NMN gibt: MoleQlar heißt das in Rottach ansässige Unternehmen, dessen CEO Maximilian Griessinger sich für die Zusammenarbeit mit führenden Wissenschaftlern entschieden hat, um eine nachvollziehbare Herkunft des angebotenen NMN zu gewährleisten. Youngerland sprach mit ihm über den neuen Stoff, der uns künftig beim Jungbleiben helfen könnte.

Exklusiv-Interview: Maximilian Griessinger, CEO MoleQlar

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Youngerland: Herr Griessinger, welchen Qualitätskriterien unterliegt ein Stoff wie NMN?

Maximilian Griessinger: Streng genommen gibt es noch keine offiziell festgelegten Qualitätskriterien zu NMN, es handelt sich ja noch um eine Chemikalie. Normalerweise wird das NMN von Sigma Aldrich/Merck als Referenz herangezogen. Sigma Aldrich ist der weltweit größte und wichtigste Anbieter für Chemikalien/Stoffe, die in Laboratorien genutzt werden. Bei der Reinheitsbestimmung von Uthever® wird bspw. auch das NMN von Sigma Aldrich genutzt. Wieso nicht gleich dort kaufen? – Deren NMN-Preise beginnen bei 145 EUR/25mg.

Woran können Verbraucher erkennen, dass sie ein qualitativ hochwertiges Produkt erwerben? Welche Risiken bestehen, sollte das nicht der Fall sein?

Tatsächlich war genau diese Frage ursprünglich der Hauptgrund für die Gründung von MoleQlar. Nehmen wir zum Beispiel Amazon, hier sind 8 von 10 NMN Produkten Fake. Am besten fängt man mit der Analyse des Anbieters an:
– Werden Analysezertifikate von Anfang an offengelegt? (oft geben unseriöse Anbieter an, man könne das Zertifikat durch das Kontaktieren des Supports erhalten – im Normalfall leider Humbug)
– Gibt es Analysezertifkate eines unabhängigen Labors?
– Gibt die verkaufende Firma ihren Firmensitz bzw. Kontaktdaten an?

NMN: Vor dem Kauf gut informieren

Werden die genannten Eckpunkte erfüllt, kann man mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass es sich um echtes NMN handelt.
Weiters kann man NMN noch an seiner charakteristischen fluffigen Konsistenz und dem citrusartigen Geschmack erkennen.

Die Risiken kann ich leider nur schwierig verallgemeinern. Es hängt ganz davon ab, welcher Stoff als Pseudo-NMN angeboten wird. Ich rate also dazu, die Suche nach einem vertrauenswürdigen Verkäufer nicht zu kurz kommen zu lassen

Welchen Status hat NMN aktuell in Bezug auf seine Kategorisierung? Zählt es zu den Nahrungsergänzungsmitteln?

Leider zählt NMN aktuell nicht zu den Nahrungsergänzungsmitteln, sondern zu den Chemikalien. Jeder Stoff, der nach 1997 neu auf den Markt gekommen ist, wird grob gesagt erstmal als Chemikalie kategorisiert. Bei Stevia oder Chiasamen war das zum Beispiel ganz ähnlich. In Zukunft ist eine Klassifikation als Novel Food aber nicht unwahrscheinlich.

Sie bieten im Vergleich zu vielen Mitbewerbern ein sehr spezielles NMN an: Uthever® NMN von Effepharm Ltd.. Bitte erläutern Sie unseren LeserInnen die Hintergründe.

Sehr gerne. Wir haben am Anfang sehr viel Zeit damit zugebracht einen seriösen Anbieter zu finden, unzählige Proben bestellt und wiederholt Skypegespräche geführt. Sucht man nach einem Hersteller von NMN, führt einen das schnell nach China. Wir haben uns schlussendlich aus guten Gründen für Shanghai entschieden: Effepharm Ltd. wird von einem top ausgebildeten, in den USA, Deutschland und China studiertem Team von Lebensmittelchemikern und Pharmazeuten geführt und hat es sich selber zum Ziel gesetzt die weltweite Nr. 1 für vertrauenswürdiges NMN zu werden. Meiner Meinung nach wird das Team genau das auch schon bald erreichen, da sie mit Uthever® nicht nur ein qualitativ hochwertiges Produkt anbieten, sondern gleichzeitig auch noch die ambitioniertesten und größten klinischen NMN-Studien weltweit durchführen. Mit solchen Studien wird das Team die besagte Zulassung als Novel Food überhaupt erst möglich machen.

Uthever® NMN: Geprüfte Qualität

Für uns war also schnell klar, dass wir mit den Vorreitern auf dem Markt zusammenarbeiten wollen und nicht mit irgendeinem günstigeren und unseriösen Anbieter, der noch 100 andere Substanzen anbietet. So kam also unsere Partnerschaft zu Stande. Wir sitzen hiermit also direkt an der Quelle, wenn es neue Erkenntnisse zum Thema NAD-Vorläufer gibt.

Wodurch kommt der relativ hohe Preis von NMN zustande?

Hier spielen mehrere Faktoren hinein, vor allem der vergleichsweise aufwendige Herstellungsprozess:
Gestartet wird mit einem Stoff namens NR (Nicotinamid Ribosid), der eigentlich nichts weiter als eine Phosphatgruppe braucht um zu NMN zu werden. Im Körper machen das Enzyme namens NRK1 und NRK2. Außerhalb des Körpers sind viele, in der Gesamtheit komplexe, aufeinanderfolgende Schritte nötig, um die Umwandlung zu bewerkstelligen.

Die geringe Nachfrage:
Noch spricht kaum jemand von NMN, eben deswegen stellt bspw. Effepharm auch nur so viel her wie nötig. Je größer die Nachfrage wird, desto günstiger wird natürlich auch die Herstellung. Andere Stoffe aus der Vitamin B3 Familie, wie bspw. Niacin werden bereits seit Jahrzehnten en masse vertrieben, auch um Krankheiten wie Pellagra zu behandeln. Niacin ist schon sehr lange sehr günstig.

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NMN ist eine Chemikalie:
Ich ziehe der Anschaulichkeit halber wieder den Vergleich zu Niacin – denn ein Nahrungsergänzungsmittel wird mit 7% (5%) MwSt. belastet, eine Chemikalie mit 19% (16%). Das 12% Unterschied, also bei 100 EUR netto gleich 12 EUR mehr. Diese Kosten landen unweigerlich beim Verbraucher.

Sie dürfen als Anbieter zwar keine Einnahmeempfehlungen aussprechen, haben Sie trotzdem einen Tipp für unsere LeserInnen, wie sie optimal von der Wirkung von NMN profitieren können?

Richtig, ich möchte an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich darauf hinweisen, dass es sich bei NMN um eine Chemikalie und eben nicht um ein Nahrungsergänzungsmittel handelt. Wer NMN einnehmen möchte, tut das also auf eigene Gefahr und sollte sich zuvor selbst mit dem Thema auseinandergesetzt haben.

Sublinguale Aufnahme verhindert Abbau durch Leberenzyme

Ich würde mir folgende Gedanken machen: NMN darf in Europa nur als Pulver vertrieben werden, wer also nicht selber Kapseln herstellen möchte, dem bleiben zwei Einnahmemöglichkeiten:
Sublingual (unter der Zunge): Unsere Schleimhäute im Mund und vor allem unter der Zunge sind ein hervorragender Ort, um Stoffe jeglicher Art aufzunehmen. Man könnte sich das Pulver also einfach unter die Zunge legen. In der Medizin werden zum Beispiel Nitrate (Nitrosprays) bevorzugt sublingual appliziert. Nitrosprays werden vor allem bei akuter Brustenge (durch Verengung der Herzkranzgefäße) genutzt. Durch die schnelle Aufnahme direkt ins Blut, wirken diese schon nach ungefähr drei Minuten. Auch Alkohol wird z.B. bereits im Mund aufgenommen.
Der Vorteil: Wir umgehen hiermit den Leberkreislauf und dementsprechend u.U. den Abbau durch Leberenzyme.

NMN wird aktuell in Europa nur als Pulver vertrieben

Dünndarm: Der Dünndarm ist der mit Abstand wichtigste Ort für die Aufnahme von Nährstoffen im Körper. Also liegt es auch nahe, dass die Aufnahme von NMN hier am effizientesten sein könnte. Man könnte sich das NMN also auch einfach in ein Glas Wasser mischen und trinken. Hier empfiehlt es sich aber gut nachzuspülen, damit das NMN so schnell wie möglich den Magen durchquert und im Dünndarm landet. Tatsächlich hätte man so sogar eine Kombination aus Mundschleimhaut und Dünndarm zur Verfügung.

Zusammenfassend möchte ich aber noch sagen, dass niemand die endgültige Antwort auf diese Frage geben kann, da hierzu schlichtweg die Forschungsergebnisse fehlen. Wer etwas anderes behauptet, ist unseriös. Die Mäuse in Sinclairs Labor haben das NMN aber zum Beispiel im Trinkwasser aufgenommen.

TMG – Unverzichtbares NEM in Kombi mit NMN Einnahme?

Was halten Sie von der Empfehlung zusätzlich zu NMN TMG (Betain) einzunehmen, um das Abziehen von Methylgruppen durch Nikotinamid zu verhindern?

Ich persönlich halte sehr viel davon. TMG ist sehr günstig, kommt in hohen Mengen in der Natur vor und ist bereits seit mehreren Jahren erhältlich. Dementsprechend wissen wir viel über den Stoff, dass er gut verträglich ist und einen möglicherweise negativen Effekt von NMN verhindern kann. Ich persönlich würde hier also in jedem Fall auf Nummer sicher gehen und TMG zusätzlich einnehmen.

Planen Sie eventuell in nächster Zeit weitere Produkte zusätzlich zu NMN zu vertreiben, wäre Resveratrol oder TMG von MoleQlar evtl. langfristig denkbar?

Jetzt haben Sie mich erwischt! Ja genau das planen wir. Unser Resveratrol kommt mit hoher Wahrscheinlichkeit noch dieses Jahr und unser TMG im Frühjahr 2021.

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Fazit dieses Artikels: NMN in Kombination mit der Einnahme von TMG, Resveratrol und Metformin kann tatsächlich den Alterunsgprozess verlangsamen. Empfehlenswert sind diese Mittel aber aus unserer Sicht nur, wenn auch die körpereigenen Prozesse der Hormesis angestoßen werden durch die zuvor genannten Maßnahmen, welche die Sirtuine, mTor und AMPK aktivieren.

Wo bekomme ich?
10 Gramm NMN kosten 54,- €, weitere Packungsgrößen sind 15, 30, 60 und 90 Gramm.
Erhältlich sind die Produkte auf der MoleQlar-Website.