Aesthetic Medicine, Face, Interview

Exklusiv-Interview: Dr. Hermann Koebe

Koebe-klinik

Über das Fadenlifting und PRP als Finetuning und Goldstandard nach Injektionslipolyse

Für den Auftakt unserer exklusiven Interview-Serie mit Deutschlands besten Schönheitschirurgen, haben wir uns einen Experten ausgesucht, der vor allem das Fadenlifting beherrscht wie kaum ein Anderer: Die Rede ist von Dr. Hermann Koebe, der mit seinem Bruder Dr. Dr. Norman Koebe gemeinsam die gleichnamige Beauty-Klinik in Meerbusch bei Düsseldorf betreibt.

Es heißt, der erste Eindruck sei immer entscheidend: Wer die Koebe-Klinik durch die Toreinfahrt über den gediegenen Innenhof betritt, dem bietet sich in der Tat ein durchweg stimmiges Bild, das sowohl Vertrauen weckt, als auch auf den stilsicheren Geschmack der Betreiber schließen lässt.

Die 1948 als Dreiflügelanlage vom Star-Architekten Emil Fahrenkamp erbaute Lucht-Villa, verbindet zeitlose Eleganz mit edlem Understatement. Die blitzsauberen Räumlichkeiten sorgen dank liebevoll restaurierter Stilelemente, wie etwa glänzenden Fischgrät-Parkettböden für angenehmes Wohlfühlambiente. Ohne Frage: Hier hat man es in jeglicher Hinsicht mit Ästhetik-Profis zu tun.

 Die Koebe Klinik in Meerbusch bei Düsseldorf: Absolute Wohlfühlatmosphäre in gediegenem Ambiente, Foto: Robert Freund
 

Und dieser Eindruck verstärkt sich erst recht, als wir schließlich von Herrn Dr. Koebe freundlich begrüßt werden. Gleichzeitig sind wir irritiert: „Nach dem Abschluss des Medizinstudiums in Düsseldorf ist er seit über zwanzig Jahren fast ausschließlich auf dem Gebiet der plastischen Chirurgie tätig.” – kann man auf der Website über ihn lesen. Steht man ihm jedoch live gegenüber, gerät man unweigerlich ins Grübeln über das Geheimnis seiner verblüffend jugendlichen Erscheinung. Gleichzeitig erliegt man seinem entwaffnenden Charme und staunt über die bodenständige, fast schon bescheidene Art, mit der er über seine Arbeit spricht und spannende Insights zu den neuesten Beauty-Trends verrät.

Botox – ein unterschätzter Allrounder

Wir starten unser Gespräch mit Dr. Koebe mit Fragen zum Thema Botox und schnell wird klar, dass viele Patienten erfahrungsgemäß dessen umfassende Wirkung – jenseits der Zornesfalte – unterschätzen. Natürlich könne man die typischen fünf Punkte spritzen, die mittlerweile zum Standard gehören, doch darüber hinaus verhindert Botox vor allem auch das Absacken der Brauenpartie. Ein Makel, der das Gesicht noch vor den ersten tieferen Falten optisch älter wirken lässt. „Die Brauenposition ist extrem wichtig. Da geht es um Millimeter”, verrät uns Dr. Koebe und erklärt die chirurgischen Hintergründe.

„Ist die Brauenpartie ersteinmal über die Jahre hin abgesackt, bekommen Sie die diese Partie nur schwer zurück in die ursprüngliche Position. Mein Bruder löst in solch einem Fall das Problem mit einem endoskopischen Stirn-Brauenlift. Es ist inzwischen eine der häufigsten Operationen bei uns. Man benötigt spezielles Equipment für diese Technik. Sie ist ein Exot und wird nur von wenigen Ärzten angeboten. Der Vorteil ist, dass kein unschöner Hairline-Cut entsteht, der eine große, unschöne Narbe auf der Stirn hinterlässt. So etwas ist mittlerweile völlig obsolet.”

Auch mit Botox lässt sich die Brauenpartie effektiv mit einem Chemical Brow Lift “in place” halten, vorausgesetzt, man startet rechtzeitig und nicht erst, wenn es bereits zu spät ist, sprich – sich die Partie über den Augen bereits abgesenkt hat.

Fadenlifting
Die Brauenpartie lässt sich mit Botox sehr effektiv anheben


Chemical-Browlifts mit Botox: Nur für Profis

Dr. Koebe erklärt uns, dass Botox grundsätzlich unkompliziert zu spritzen sei, wenn man nur die obligatorischen fünf Punkte behandelt.

„Es besteht aber auch dann immer die Gefahr, dass das Ergebnis ungleichmäßig ausfällt. Ziehen sich nämlich kompensatorisch beispielsweise die Parietofrontal-Muskeln hoch, muss man zusätzliche Punkte spritzen, die dies verhindern. Damit Sie aber nicht zu tief kommen, müssen Sie den Ringmuskel treffen und dann wird es wirklich knifflig. Man benötigt eine ruhige Hand, um die Haut ein wenig über die Kanüle zu schieben und somit genau den Muskel zu treffen.

Als ich anfing hieß es immer: Tabuzone, denn wenn man unsensibel spritzt und nur einen Millimeter zu tief kommt, flutet das Botulinum Toxin nicht mehr dort an, wo man es haben will. Das Resultat ist dann ein hängendes Auge, bzw. Liddeckel. Benötigt wird das Botox allerdings nur in einem kleinen Depot direkt am an die Haut angrenzenden Ringmuskel Orbicularis Oculi.

Korrekt und kontrolliert ausgeführt, kann man mit dieser Injektion wunderbare Ergebnisse erzielen und die Augenpartie optimal verjüngen. Auch andere Problembereiche wie etwa hängende Mundwinkel (Depressor Anguli Oris), Bruxismus, Bunny Lines, erschlaffte Platysmastränge oder ein Erdbeerkinn, lassen sich mit Botox gut behandeln.”

Was ist eigentlich ein SMAS Lifting?

Das SMAS Lift ist ein Verfahren, bei dem die Haut von Gesicht und Hals auf eine bestimmte Art angehoben wird. In der Medizin nennt man es auch Doppel-Schichten-Verfahren: Es strafft nicht nur die Haut, sondern auch noch das tiefe Bindegewebe, in das die mimische Muskulatur eingebettet ist. Auf diese Weise können sogar tiefere Falten erfolgreich geglättet werden. Der Ausdruck SMAS steht hierbei für “Superfizielles muskuloaponeurotisches System”. Darunter versteht der Mediziner das tiefe Bindegewebe unter der Haut des Gesichts und Halses, in dem sich auch die mimischen Muskeln befinden. Der SMAS-Lift stellt die Standard-Methode des Faceliftings dar.

SMAS Liftings – bald Schnee von gestern?

Als wir wissen wollen, ob sich ein klassisches SMAS-Lifting mit den heutigen, zur Verfügung stehenden minimal invasiven Methoden umgehen lässt, erklärt uns Dr. Koebe, dass es vor allem auf das richtige Timing ankommt, um größere Eingriffe unnötig zu machen.

„Wenn man mit Mitte oder Ende 20 anfängt und das dann konsequent die nächsten 30 Jahre durchzieht, wird in den meisten Fällen ein klassisches Facelift unnötig. Als ich Ende der 90er-Jahre als Chirurg begann, waren ja beispielsweise noch diese Mini-Lifts bei jungen Frauen um Mitte 30 üblich. Dieses Thema ist mittlerweile völlig passé.”

Wie eingangs erwähnt ist Dr. Koebe einer der führenden, deutschen Spezialisten auf dem Gebiet des Fadenliftings. Auf die Frage, welche Art von Fäden er bevorzugt antwortet er uns: „Neben den PDO-Fäden gibt es auch noch PLLA Fäden, die auf Basis von Milchsäure produziert werden. Desweiteren gibt es jetzt auch noch ein neues Mischmaterial: P(LA-CL). Es soll die Nachteile des zu Klümpchenbildung neigenden PLLA-Verfahrens aufheben.

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Bezüglich des optimalen Materials für Fäden herrscht vielfach Unklarheit


PDO, PLLA und PCL: Welcher Faden ist der Beste?

Dr. Koebe: Ich persönlich war nie bereit, unerprobte Materialien an meinen Patienten auszutesten. Es wächst zwar gerade ein gewisses Vertrauen, da man kaum von Komplikationen durch diesen neuen Faden hört, trotzdem bin ich noch sehr zurückhaltend und setze diesen Faden nur ein, wenn ein Patient dies ausdrücklich wünscht, weil er sich ein länger anhaltendes Ergebnis wünscht.” Als wir nachhaken erklärt uns Dr. Koebe, dass Milchsäure ursprünglich durch Produkte wie Sculptra (New Fill®) in Verruf geriet, Granulome unter der Haut zu bilden. Der Verdacht besteht weiterhin, jedoch kann dies im Zweifelsfall auch durch eine unsachgemäße Durchmischung auf dem Rüttler passieren.

„Im Prinzip müssen Sie das Material permanent auf den Rüttler packen und immer wieder diese Suspension durchmischen – wenn Sie es nur einen kurzen Moment liegen lassen, sedimentiert es schon, bzw. setzt sich ab und dann ist es schon nicht mehr zu verarbeiten. Zudem habe ich festgestellt, dass Patienten, die die sehr viele Milchsäure-Produkte im Gesicht einsetzen, eine etwas teigige Haut bekommen. Das Gewebe ist dann zwar fest, aber wenn man das dann übertreibt, sehe ich das.”

PDO-Fäden sind also Dr. Koebes erste Wahl, wenn es um Fadenliftings geht. Wir erfahren, dass fast alle PDO-Fäden aus Korea kommen. Als wir ihn fragen, ob er beispielsweise Silhouette Fäden einsetzt, erklärt er uns, dass diese über kleine Kegelchen verfügen und im Handling oftmals durch kompliziertes Einfädeln Probleme bereiten. Auch hält er die Kosten der Silhouette-Fäden für unverhältnismäßig.

Überteuert und kompliziert im Handling: Silhouette ist out

„Wenn Sie da viele Fäden setzen wollen, kommen Sie schnell auf Summen im vierstelligen Bereich. Handling und Kosten sind einfach nicht mehr zeitgemäß, das ist meine persönliche Meinung.” Natürlich wollen wir nun genau wissen, welche Fäden Dr. Koebe hauptsächlich in seiner Klinik einsetzt. Wir erfahren, dass diese Fäden – im Vergleich zu bidrektionalen Fäden – multidirektional funktionieren: Über die auf diese Art ausgerichteten Häkchen des Fadens, wird das Gewebe beim Herausdrehen der Kanüle sehr gleichmäßig gestrafft. Vor allem bei kürzeren Gesichtspartien bieten diese multidirektionalen Fäden gegenüber den üblichen Bidrektionalen Fäden, wesentlich schönere und gleichmäßigere Ergebnisse. Zudem wird die Stabilisierung dr Haut durch eine Collagenneubildung erzielt.

„So ein Faden hält ja nicht nur anhand seiner Häkchen, sondern auch weil die eigenen Zellen mit ihm verwachsen. Um jeden Faden entsteht – sobald ich ihn unter der Haut platziert, habe eine neue Collagenummantelung. Selbst wenn sich dieser Faden dann irgendwann aufgelöst hat, haben Sie immer noch diese schöne Collagenverdichtung für tiefen Halt, genau an der Stelle wo vorher der Faden lag.”

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Fadenliftings haben gleich zwei Vorteile: Stabilisierung und eine Collagenverdichtung

Injektionslipolyse statt Fadenlifting

Als wir als nächstes wissen wollen, wie man den ungeliebten “Champagner-Bäckchen” den Kampf ansagen kann, erklärt uns Dr. Koebe, dass hier in vielen Fällen ein Fadenliftung nicht unbedingt zum Erfolg führt. Sobald die Patienten ein Überschuss-Depot an gekammertem Fett haben, wird es sehr schwierig durch reines Hochziehen mit einem Fadenlift wieder eine schöne Jaw-Line herzustellen.

„In diesen Fällen empfehle ich oftmals alternativ oder vor einem Fadenlift eine Fett-Weg-Spritze. Absaugen im Gesichtsbereich kann man machen, aber das ist nicht ganz ohne Risiko. Fett-Weg-Spritzen hingegen funktionieren heutzutage relativ gut. Mit den neuen Präparaten muss man recht hoch dosieren und die Behandlung mit etwas Zeitabstand ein bis zweimal wiederholen. Die Ergebnisse sind aber dann wirklich solide und das Fett zu großen Teilen verschwunden.”

Was ist eigentlich eine Injektionslipolyse?

Die Injektionslipolyse, auch Fettwegspritze ist eine Methode zur Behandlung von kleineren bis mittleren Fettdepots am Körper und im Gesicht ohne einen operativen Eingriff. Der Begriff „Injektionslipolyse“ wurde 2003 In Deutschland von der Ärztin Margrit Lettko eingeführt und ist seitdem der Standardbegriff für diese Therapie weltweit. Der Wirkstoff basiert auf einer Kombination von Phosphaditylcholin und Desoxycholsäure und hat sich als besonders wirkungsvoll und trotzdem schonend erwiesen.

Wer die Fett-Weg-Spritze in Erwägung zieht, sollte jedoch einkalkulieren, dass er nach dem Eingriff nicht sofort wieder gesellschaftsfähig ist. Bis zu 7 Tage kann die Schwellung des Gesichtes nach der Behandlung anhalten. Wer dies überstanden hat, darf sich jedoch auf definiertere Konturen und ein sichtbar “erschlanktes” Ergebnis freuen. Schmerzen sind zudem kaum zu erwarten, verrät uns Dr. Koebe. Er habe die Injektionslipolyse selbst ausprobiert und könne da Entwarnung geben.
Als nächstes möchten wir gerne wissen, wie man Tränenrinnen erfolgreich bekämpfen kann.

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Zur Auffüllung von Tränenrinnen eignet sich Hyaluron, das möglichst wenig Wasser bindet

Was ist eigentlich ein Fadenlifting?

Fadenlifting ist eine bewährte Lifting-Behandlung mit speziell entwickelten Fäden. Diese bestehen aus medizinischen Kunststoffen wie Poly-Milchsäure (PLA) Poly-Capro-Lacton (PCL) oder Poly-Dioxanon (PDO) und werden vollständig vom Körper resorbiert. In der Medizin (z.B. der Kardiologie) werden Polymilchsäurefäden oder PDO-Fäden bereits seit vielen Jahren verwendet. Somit basiert diese Behandlungsmethode auf jahrelanger Praxis.

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Dr. Koebe bei der Behandlung einer Patientin

Hände weg von Eigenfett bei Tränenrinnen

Oftmals sind sie ein Merkmal des fortschreitenden Alterungsprozesses und haben nur bedingt mit Schlafmangel zu tun. Dr. Koebe erklärt uns, dass Unterspritzungen in diesem Bereich nicht ganz unproblematisch sind. Bei der Verwendung von Eigenfett können zuweilen unschöne Knübbelchen unter den Augen entstehen, oder aber es bilden sich Schwellungen – dies oftmals, wenn ein unpassendes Hyaluron-Produkt verwendet wurde, das zu viel Wasser bindet. Kompliziert wird die Behandlung der Tränenrinne auch, wenn sich zusätzlich ein Tränensack gebildet hat, der sich bereits leicht nach vorne wölbt.

„In diesem Fall injizieren wir tief in den Muskel mit einer stumpfen Nadel ein Hyaluron-Präparat, das möglichst wenig Wasser zieht. Danach spritzen wir zusätzlich PRP – also plättchenreiches Eigenblut-Plasma. Es verteilt sich sehr gut und bildet quasi den letzten Schliff beim Auffüllen der Tränenrinne. Auch das PRP spritzen wir mit einer stumpfen Nadel: Es wird unter der Haut gefächert, genau zwischen der Haut und dem Muskel. Das kann man in mehreren Schichten einbringen, so dass die Haut verdickt wird.

Die Haut des Unterlides dünnt mit der Zeit aus. Das ist der Schwachpunkt bei fast allen Menschen. Die Verfestigung des Gewebes erreicht man wunderbar mit PRP: Die bernsteinfarbene Flüssigkeit dickt nach ungefähr zwanzig Minuten ein und wird zu einer Art Gelee. Nach 2-3 Tagen löst sich dieser dann wieder auf und wird praktisch wegresorbiert.

Sie haben dann zwei Effekte: Zum einen eine Auffüllung und Verdickung des Gewebes und zum anderen kommen noch die Wachstumsfaktoren hinzu, die eine Hauterneuerung bewirken. Den selben Effekt macht man sich übrigens auch zunutze, wenn Gelenke im Rahmen einer Therapie gespritzt werden.”

Was ist eigentlich PRP?

Die PRP-Behandlung (PRP = Plättchenreiches Plasma) ist eine besondere Form der aus der Naturheilkunde altbekannten Eigenbluttherapie. Dabei wird aus körpereigenem Blut plättchenreiches Plasma gewonnen und in die Haut bzw. das Subkutangewebe gespritzt. In den Plättchen sind zahlreiche Wachstumsfaktoren enthalten, die der Zellerneuerung dienen, wodurch die PRP-Behandlung ihr regeneratives Potenzial gewinnt. PRP kann allein in Mikroinjektionstechnik oder auch in Kombination mit Mesotherapie- Wirkstoffen (natürliche Wirkstoffe, homöopathische Mittel, Mineralstoffe, Vitamine und klassische Arzneien) appliziert werden.  

PRP – Auch bekannt als „Vampir Lifting“ gehört neben Fadenliftings und Botox®-Behandlungen zum Standard-Repertoire der Koebe Klinik. Insgesamt wird nahezu das gesamte Spektrum der Plastischen und Ästhetischen Chirurgie für Gesicht und Körper angeboten. Sämtliche Infos zu Dr. Koebe, der Koebe Klinik und den verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten finden interessierte Leser auf der gleichnamigen Website der Koebe Klinik.